Zentrierkeil am Polrad

 
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Zentrierkeil am Polrad

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Gepostet: 08.03.2024 - 21:23 Uhr  ·  #1
N'Abend!

Bin neu hier im Forum, also bitte seid gnädig :-) . Ich habe vor einigen Wochen eine E-Zündung in meine S50 B1 Bj.1978 nachgerüstet. Da lief die ersten 50 Km alles gut, jedoch scherte letzte Woche dann der Zentrierkeil am Polrad ab. Da ist ja erstmal nix bei, kann ja mal passieren nach so langer Zeit dachte ich mir. Gestern habe ich also einen neuen eingebaut und das Moped angekickt. nach 10 Min Laufzeit gab es einen kleinen Knall und das Moped ging sofort aus.
Als ich das Moped gekauft hatte, war kein Federring unter der Mutter am Polrad. War deshalb auch einfach davon ausgegangen, dass man die Mutter einfach so doll fest zieht wie möglich (mit Verstand natürlich). Heute dann in diversen anderen Threads gelesen dass ein solcher eben noch dazwischen gehört. Könnte dies ausschlaggebend sein, das der Zentrierkeil ständig abschert, oder könnte es doch etwas anderes sein? Die Mutter war auch beide male locker als ich den LIMA Deckel ab nahm...
Bin hier so langsam ein wenig Ratlos :-/ .
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Re: Zentrierkeil am Polrad

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Gepostet: 09.03.2024 - 20:37 Uhr  ·  #2
Im Schnelldurchlauf,

Konus der Schwungscheibe innen in Ordnung? Sichtprüfung,
ist der Kurbelwellenstumpf verschlissen?
Kurbelwellenstumpf mit Reiniger entfettet?
bleiben die Magnete an einer Spule hängen (drehen ohne Kerze ausprobieren)?
ein Magnet hat sich gelöst?
vor dem anziehen der Mutter ein Setzschlag auf den Bund der Schwungscheibe innen mit einer geeigneten Nuss ausgeführt?

LG Andreas
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Re: Zentrierkeil am Polrad

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Gepostet: 09.03.2024 - 21:05 Uhr  ·  #3
Moin,
der Keil dient allein der korrekten Positionierung bei Montagedes Polrades, er hat keine Haltefunktion.

Ganz wichtige Sache: Polrad- und Wellenkonus frei von Ölen und Fetten und sonstigen Verunreinigungen.
Montage des Polrades mit Federring unter der Mutter, unbedingt ein Halteband am Polrad verwenden, wenn man die Mutter festzieht.
Nostra
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Re: Zentrierkeil am Polrad

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Gepostet: 09.03.2024 - 23:45 Uhr  ·  #4
Im Prinzip hast du dir die Frage ja bereits selber beantwortet, nur eben nicht die richtigen Schlüsse gezogen ("Mutter ist locker").
Ja offiziell gehört ein Federring drunter.
Diverse YouTuber und Simson Firmen z.B. RZT und ich glaub auch LT-Tuning sagen aber Schraubenfest mittel reicht auch.
Der offizielle Anzugsdrehmoment beträgt 20 Nm, RZT sagt aber es geht auch mehr 30 auf alle Fälle und soweit ich mich erinnere, sagte er mal in einem Video er hätte auch schon bis zu 40 getestet. Würde ich aber nicht riskieren, 30 Nm reichen allemal.
Offiziell ist die Mutter eine M10x1 (Feingewinde) Flachmutter 6mm. Es gibt sie aber auch mit normaler Höhe von 8mm, einige Simson Händler vertreiben sie (im Baumarkt gibt es sie auf keinen Fall).
Oder hier, da gibt es so ziemlich alles, lohnt sicher´aber erst, wenn man von einer Sache mindestens 10 Stück und mehr bestellt, nur 1 oder 2 Muttern würde zu teuer werden, allein schon wegen der Versandkosten.

Ps: ein Drehmomentschlüssel kostet nicht mehr alle Welt, sollte man eigentlich unbedingt haben.
So einer sollte für Simson eigentlich alles abdecken.
Den hab ich unter anderem selber, ist gut das Ding und hat auch eine ordentliche Box.
Passende Adapter nicht vergessen, damit man auch 1/4" und 1/2" Nüsse nutzen kann.

Ps: Ja und das Eichzertifikat vom Drehmomentschlüssel ist echt und kein 0815 Fake.
Ich hatte zu dem schon Kontakt, weil ich wissen wollte wie man eicht, da hat er mir ein Video vom Arbeitsplatz wo die geeicht werden geschickt, inkl. einer Explosionszeichnung vom Innenleben.
Der Support ist also auch hervorragend. Können sich viel deutsche Firmen mal ein Beispiel dran nehmen.
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Re: Zentrierkeil am Polrad

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Gepostet: 10.03.2024 - 09:21 Uhr  ·  #5
Also wenn jedes mal die Mutter locker wird und Du sie wirklich angezogen hast und das Gewinde von Kw und Mutter i.O. ist, tippe ich mal auf ein Defekt am Polrad das nicht mehr sauber auf den Konus passt. Hast du event. die Möglichkeit mal ein anderes E-Polrad zu probieren ?
Wenn dir dauernd der Keil abschert ,machst Du über kurz oder lang auch die Nut in der Kw (Kurbelwelle) kaputt.
Rein theoretisch kann man das Polrad auch ohne Keil verbauen ,wenn die Position korrekt ist. Einige Vape Polräder haben auch keine Keilnut
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Re: Zentrierkeil am Polrad

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Gepostet: 10.03.2024 - 19:54 Uhr  ·  #6
Ich bedanke mich erst mal für eure Antworten :-)!
Die KW und Polrad sind wenig/nicht verschlissen. Das entfetten der KW macht natürlich total Sinn, werde das auf jeden Fall machen bei der nächsten Montage. Magnete sind nicht locker oder der ähnlichen und funktionieren noch recht gut. Ich werde beim nächsten mal auf jeden Fall einen Drehmomentschlüssel nutzen.
Werde jetzt erstmal neue Zentrierkeile bestellen, und mich nochmal melden ob sich das Problem durch eure Tips behoben hat!
Bei meinem ersten Beitrag hatte ich noch vergessen zu schreiben, dass es nach etwa 30 Km ein eigenartiges Geräusch gab, beim einschalten des Lichts. Man könnte es beschreiben als "grollend" und es gibt bei einer bestimmten Drehzahl ein eher quietschendes Geräusch, ähnlich wie eine kleine Hupe. könnte dies auch eine Fehlerquelle sein?
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Re: Zentrierkeil am Polrad

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Gepostet: 10.03.2024 - 21:37 Uhr  ·  #7
Zitat geschrieben von Schraubler
..
Bei meinem ersten Beitrag hatte ich noch vergessen zu schreiben, dass es nach etwa 30 Km ein eigenartiges Geräusch gab, beim einschalten des Lichts. Man könnte es beschreiben als "grollend" ....

Möglicherweise die Lichtspule locker und schleift.
Müsste die sein die so aussieht oder ähnlich, jedenfalls die mit den dicksten Drähten.
Wenn die durchs Einschalten vom Licht Last bekommt, ziehen sich die Spule und Schwungrad womöglich an, wenn sie locker ist.
Muttern überprüfen, Schrauben selbst drehen sich eigentlich nicht.
Auch mal die Muttern lösen und die Spule so weit wie möglich in Richtung Mitte drücken beim Anziehen.
Dafür brauchst aber einen sehr schmalen Steckschlüssel bzw. Nuss, weil es da teilweise sehr eng ist.
Das Gleiche bei allen Spulen machen.
Eigentlich sollten unter den Muttern auch Federscheiben sein (Unterlegscheiben, die etwas gebogen sind), wenn nicht, hast du Schraubenfest mittel. Wenn ja damit aufs Gewinde und sichern, zur Not reicht auch die Farbe aus einem Lackstift oder Nagellack.

Ps: Hast dir auch M10 Sprengringe besorgt?
Ps2: Was mir noch gerade einfällt. Auch die Kurbelwellenlager können verschlissen sein, so das die Kurbelwelle etwas Spiel hat. Dabei könnte das Gleiche Symptom auftreten wie ich bereist zu der locken Spule schrieb.
Einfach mal am Kurbelwellenzapfen versuchen, mit hoch/runter/links/rechts wackeln, ob da was spürbar ist.
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Re: Zentrierkeil am Polrad

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Gepostet: 11.03.2024 - 19:17 Uhr  ·  #8
Zitat

Wenn die durchs Einschalten vom Licht Last bekommt, ziehen sich die Spule und Schwungrad womöglich an,

Nicht nur wohlmöglich, sondern genau so.
Unter Last entstehen in den Spulen ebenfalls starke Magnetfelder und Spule und Polradmagneten ziehen sich an.
Eine lockere Spule oder eine schlecht positionierte Grundplatte kann dann Schleif- oder Rappelgeräusche verursachen.

Grundplatte perfekt zentrieren:
Man lege einen dünnen Pappstreifen um die Spulen der leicht gelösten Grundplatte und stecke dann das Polrad auf.
Grundplatte in korrekter Position festziehen, Polrad weg, Pappe weg, Polrad fest drauf.
Man kann auch dünne Blechstreifen oder ähnliches verwenden, notfalls auch durch die Fenster des montierten Polrades arbeiten.
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Re: Zentrierkeil am Polrad

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Gepostet: 12.03.2024 - 23:19 Uhr  ·  #9
Kommt auch darauf an, was für eine Grundplatte man hat.
Ich habe hier original DDR und MZA Nachbau.
Die DDR passt zu 100% spielfrei in die Führung sowohl im DDR Gehäuse als auch im ZT-Gehäuse.
Der MZA Nachbau klappert in der Führung um ca. 0,3 bis 0,5 mm in beiden Gehäusen.
Es ist wirklich nur noch jämmerlich, nicht mal bei sowas primitiven wie einer Grundplatte können die heute Maß halten.
Unsere DDR Ingenieure und Maschinenbauer mit den Möglichkeiten und der Technik von heute und wir wären schon auf dem Mars gelandet😁
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Re: Zentrierkeil am Polrad

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Gepostet: 14.03.2024 - 21:47 Uhr  ·  #10
Ich melde mich dann jetzt hier nochmal zurück, wie es jetzt funktioniert. Also, habe jetzt die KW und das Polrad vernünftig entfettet. Dann den passenden Federring aufgesetzt (natürlich vorher den neuen Keil) und danach die Mutter mit 30 Nm festgezogen. Hält bisher die ~30 Km. Vielen Dank nochmal :-)!
Bezüglich dem Geräusch, die Grundplatte, Polrad, Spulen usw. sind natürlich aus DDR Produktion. Günstig bei Ebay erstanden. Werde die Grundplatte, wie von Thoti beschrieben, bald mal zentrieren. Melde mich dann zu Ergebnissen in etwa zwei Wochen.

MfG
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Re: Zentrierkeil am Polrad

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Gepostet: 14.03.2024 - 22:31 Uhr  ·  #11
Hast du denn die Muttern der Spulen mit einem Steckschlüssel überprüft?
Was das Zentrieren angeht. Deine Grundplatte ist DDR. Wenn die Grundplatten wie meine DDR Grundplatten sind, dann wird es da nichts zu justieren geben, die sitzen "saugend" zwischen den Zentrierzapfen des Motorgehäuses.
Der Nachbau hat hingegen 0,3 bis0,5 mm Spiel.
Ich kann mir aber vorstellen, dass es bei Nachbauten noch mehr Spiel gibt, wundern tut mich hier langsam nichts mehr😡


Ps: hast dir einen Drehmomentschlüssel gekauft?
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Re: Zentrierkeil am Polrad

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Gepostet: 15.03.2024 - 08:08 Uhr  ·  #12
Kann ich nur bestätigen, mit DDR Zündungen ich habe da auch noch nie was zentrieren müssen bzw geht auch gar nicht. Hatte aber auch noch nie andere Zündungen, warum auch.

Gruß, Frank.
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Re: Zentrierkeil am Polrad

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Gepostet: 01.04.2024 - 21:50 Uhr  ·  #13
Hallo nochmal,

die Kiste hat die letzten Wochen sehr gut überstanden und es gibt keinen Indiz dass dies sich ändern sollte. Der Keil ist nicht abgeschert und auch die Lichtspule gibt keine geräusche mehr von sich, nachdem ich diese nochmal wie beschrieben festgezogen habe. Die Grundplatte war auch tatsächlich nicht noch zu zentrieren. Ich bedanke mich vielmals bei allen Forum Nutzern die mir hier geholfen haben!
Allzeit gute Fahrt euch allen!
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Re: Zentrierkeil am Polrad

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Gepostet: 01.04.2024 - 23:34 Uhr  ·  #14
Schön zu hören, danke für die Rückmeldung👍🏻
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